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Plattdeutscher Gottesdienst am Sonntag Invokavit

Professor
Diebner mit
Hamburger
Ornat, Amts-
kragen und
Stola
Bei kühlem aber trockenem Wetter hatten sich über 200 Gemeindemitglieder in die Siemshofer Kirche aufgemacht, um mit unserem Gemeindepfarrer Jörg Nagel und unserem Gast, Pastor Professor Bernd Jørg Diebner aus Heidelberg, einen Gottesdienst in Schleswig-Holsteiner Plattdeutsch zu feiern. Plattdeutsch ist
gemäß Definition der Europäischen Union eine eigene Sprache und keine Mundart. Die Gottesdienstordnung war vom Vorbe -reitungsteam zweispaltig gestaltet worden; links der plattdeutsche Text und rechts der Text in Hochdeutsch. So konnten alle dem gesprochenen Wort folgen. Aber nicht nur das; es wurde in Plattdeutsch gesungen und gebetet. Ein kleiner Lapsus war mir noch passiert, denn dort, wo in dem Konzept Kollekte stand, war eigentlich das Kollektengebet gemeint. Doch ich hatte es als das Ein -sammeln der Kollekte gedeutet. Daher schrieb ich in dem linken Feld, dass Chor und Posaunen das Einsammeln begleiten würden. Unsere beiden Chorleiter Wolfram Ellinghaus und Friedel Bernsmeier haben das gekonnt überspielt, indem der folgende Kanon in Platt gesungen wurde: „Wo twoi oder droi in Duin’n Namen teoheope ku:mt, do büs Diu midden unna ü:ne.“ Wolfram Ellinghaus stand im Kirchenschiff und ließ den Kanon einmal zum Üben singen, nachdem Anneliese Taake den Text übers Mikrofon vorgesprochen hatte. Dann gab es für die Gemeinde kein Halten mehr. Es wurde laut und lange in Platt gesungen, bis die Presbyter, verstärkt um Konfirmandinnen und Konfirmanden, den Klingelbeutel durch alle Reihen hatten gehen lassen. Nach dem Gottesdienst fand man sich dann im Gemeindehaus zum Essen ein. Doch hier kam es nun zur eigentlichen Panne des Tages: Es war kein Essen da! Presbyter Knicker als Organisator fuhr mit dem Auto nach Hause, um die Bestellunter - lagen zu holen. Darin fand sich auch der Name des DRK-Mitgliedes, das die Bestellung entgegen genommen hatte. Gottseidank bekam man dessen Handynummer im Telefonbuch unter Bünde heraus und hatte ihn bald an der Strippe. Man äußerte Erstaunen darüber, dass das Essen noch nicht da sei. Trotzdem dauerte es aber noch bis 12.45 Uhr, bis das Essen endlich angeliefert wurde. Das Deutsche Rote Kreuz entschuldigte sich für die Panne und man kam überein, dass man nur noch 40 Portionen abnehmen könne, denn viele der wartenden Gäste waren bereits nach Hause gegangen. Bei zukünf -
tigen Essenslieferungen werden wir uns wohl einige Tage vorher in Erinnerung bringen.
Die Wartezeit war mit der Vorführung der Präsentation „50 Jahre Siemshof“ und mit Kaffeetrinken überbrückt worden. Außerdem wurden der von den Gemeindemitgliedern gestiftete Pudding und ein vegetarischer Eintopf während der Überbrückungszeit restlos verzehrt. Als das Essen schließlich kam, schmeckte es dann allen noch Anwesenden aber doch gut, wie mir vielfach bestätigt wurde.So ging hier ein schöner Gottesdienst, wie in alten Tagen, zu Ende.
Professor Diebner, Pfarrer Nagel und Lektoren.
Euer Wilhelm vom Eichenhof
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